Der Landseer und Obedience

HundesportObedience ist eine noch relativ unbekannte Hundesportart, bei der es um die hohe Kunst des Gehorsams geht. Verschiedene Übungen werden vom Hund kontrolliert und präzise auf Befehl des Hundeführers ausgeführt. Neben einer perfekten Fußarbeit ist beim Obedience die Kontrolle auf Distanz sehr wichtig. Der Hundeführer lenkt seinen Hund aus größerer Entfernung nur durch Sicht- und/oder Hörzeichen zu unterschiedlichen Markierungspunkten, fordert Positions-Wechsel zwischen Steh, Sitz und Platz ein und auch das Apportieren unterschiedlicher Materialien. Zum Start in Obedience-Turnieren ist eine bestandene Begleithunde-Prüfung erforderlich. Obedience Prüfungen werden in den Klassen Beginner, 1, 2 und 3 durchgeführt und eine Bewertungsnote ‚Vorzüglich‘ berechtigt zum Start in die nächsthöhere Klasse.

Ich mache Obedience jetzt schon ein paar Jahre und alle meine Hunde werden in diesem Sport geführt. Sydney, meine Australien Shepherd Hündin, in Klasse 2, Eik, mein Landseer-Rüde, in Klasse 1 und Ennie, meine Landseer-Hündin, in der Beginner-Klasse. Obedience ist mein Sport…da komme ich ins Schwärmen. Vertrauen und Harmonie sind wesentliche Bestandteile der Ausbildung, natürlich auch Disziplin und Konsequenz…aber über allem steht die Freude zusammen etwas zu machen. Eik hat diesen ‚will-to-please‘ uneingeschränkt…klar, ist er nicht so wendig wie ein Aussie, aber er lässt mich nicht aus den Augen und ist immer bereit, etwas für mich zu machen. Ein Geschenk…

HundesportSicher hatten wir auch schon bemerkenswerte Situationen in Prüfungen…einmal habe ich ihn während der Freifolge in der Prüfung verloren und habe es nicht gemerkt…er blieb stehen und ich ging weiter und weiter……kleines Missverständnis…die Richterin hat mich dann nachher gefragt, wie man denn einen so großen Hund verlieren kann…tja, geht. Schön war auch auf einer Prüfung mein Wurf mit dem Apportierholz…gut, ich werfe wie ein Mädchen…aber nach hinten ins Publikum hat selbst Eik zum Grinsen gebracht…und ja, diese kleine Anekdote höre ich des Öfteren noch in unserem Hundeverein…eigentlich bei jeder Gelegenheit…brummel.

Und dann gibt es natürlich auch diese besonderen Glücksmomente…als Eik sein erstes Vorzüglich gelaufen ist. Dabei sah es am Anfang der Prüfung vor der Gruppenübung gar nicht so gut aus…ein Königspudel fand Eik so doof, dass er ihn direkt mal draußen angemacht hat. Eik blieb ausgeglichen und entspannt…ähm nee…er hat mal ordentlich zurückgemotzt, aber danach war es wohl geklärt, denn in der Ablage lagen beide nebeneinander ohne Probleme…puh, gut ich habe etwas transpiriert, aber dann kam eine wunderbare Prüfung und ein V. Peng!

So, und jetzt ist meine kleine Französin in der Ausbildung…Ennie hat etwas länger gebraucht für ihre Entwicklung. Nach der Begleithundeprüfung habe ich sie erst mal in Ruhe gelassen…Kopfmäßig war sie noch nicht so weit. Jetzt mit fast 2 Jahren hat sie die nötige Ausgeglichenheit, um mit dem Training anzufangen. Sie macht sich gut…und ist hoch motiviert. Etwas spritziger und schneller wie Eik, aber auch leichter abgelenkt…mal sehen.

Was ich so wundervoll beim Landseer finde, ist seine Würde und auch sein Stolz beim Ausführen der Übungen. Mit hocherhobenem Kopf und auch Rute führen Eik und auch Ennie meine Anweisungen aus…mit Freude und Spaß. Und dass genau macht es aus…

Oberlahn Cup